Eurytmické vzdělávání – pohled zpět

„Eurythrnea”

Eine berufsbegeleitende Ausbildung in Böhmen und Mähren, die im Sommer 2015 abschließen wird.

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Der seit Februar 2010 von der Eurythmieschule Nürnberg mentorierte berufsbegleitende Eurythmieausbildungskurs wird im Sommer 2015 mit verschiedenen öffentlichen Aufführungen nach fünf Jahren und fünf Monaten abgeschlossen sein.

Wie es dazu kam:

Nachdem das Projekt „Ausbildung zum Eurythmielehrer in Tschechien“ im Herbst 2007 beendet war, hat meine Kollegin Hana Giteva und die Bühnengruppe „Theodora“ in der Tschechischen Republik so überzeugend gearbeitet, dass sich in verschiedenen Städten Interessentengruppen bildeten, die intensiv auf eine berufsbegleitende Ausbildung zugingen.

Der stärkste Impuls kam aus Ostrava (Mährisch-Ostrau). Und zwar von Anastazie Peskova. Sie hat durch die Arbeit von Hana Giteva die Eurythmie kennen und lieben gelernt. Und so sammelte sich um sie eine Gruppe starker Frauen, die auf eine Ausbildung drängten. Sie kommen alle aus der Arbeit der dortigen Waldorfschule oder deren Umgebung. Gleichzeitig bildeten sich ähnliche Gruppen in Pisek, Budejovice und Prag.

Im Februar 2009 erging dann an unsere Eurythmie-schule und an mich die Bitte, der neuen Initiative in Tschechien mit Rat und Tat beizustehen. Mit Freuden haben wir zugesagt.

Von Anfang an wurden Gespräche mit unserer Sektionsleiterin (Sektion für Redende und Musizierende Künste der Freien Hochschule für Geistes-wissenschaft am Goetheanum, Dornach) geführt und die Bedingungen nach den Richtlinien des Ausbildungsverbundes für die neue Ausbildungsinitiative gemeinsam ausgearbeitet.

Am Samstag, dem 20. Februar 2010 wurde mit einem wunderbaren Festakt in den neuen Räumen der Anthroposophischen Gesellschaft in Prag der Ausbildungskurs mit 39 Teilnehmern eröffnet.

Die Durchführung:

Mit den Kolleginnen Hana Giteva, Daniela Petrova und Hana Mandlikova haben Antje Heinrich und ich die Gruppen in Prag (zunächst zwei Gruppen), in Pisek/ Budejovice und Ostrava betreut. Hana Giteva fuhr jede Woche nach Ostrava oder Pisek zum Unterricht, in Prag unterrichteten Hana und Daniele Petrova. Einmal im Monat kamen alle Teilnehmer mit uns in Prag zusammen für eine verlängerte Wochenendarbeit. Jedes Studienjahr wurde mit einer Klausurzeit von zwei Wochen in Kraliky, in Ostmähren beschlossen. Da wurde den ganzen Tag eurythmisch und seminaristisch gearbeitet.

Das ging so eine Zeitlang, aber dann veränderte sich die Situation durch neue Lebenssituationen im Kollegium und auch bei den Teilnehmern. In den letzten Jahren hat sich an den verschiedenen Orten die Übzeit intensiviert, aus den beiden Prager Gruppen ist eine geworden und die gemeinsamen Wochenenden wurden um einen Tag verlängert und finden auch in den verschiedenen Orten statt. Jedes Trimester endete mit einem öffentlichen Abschluss, teilweise sogar im Theater oder in anderen öffentlichen Räumen, sodass wir auch ein anderes Publikum ausser der „Familie“ ansprechen konnten.

Eine Besonderheit ist, dass einige Teilnehmerinnen allbereits in Waldorfschulen mit unserer Hilfe Eurythmieunterricht geben. Diese haben eine abgeschlossene Hochschulausbildung in Pädagogik und meistens eine Zusatzausbildung vom dortigen Waldorflehrerseminar. Dadurch können die dort gewonnenen Erfahrungen den ganzen Kurs bereichern.

Natürlich bedingt ist unter diesen Umständen die Ausbildung bedeutend anders als an einer Vollzeitschule. Vieles ist in die Eigenverantwortung der Studentinnen gestellt was einerseits ein Ansporn ist, aber Manches wird auch schmerzlich vermisst, z.B. die Sprachgestaltung durch einem tschechischen Sprachgestalter. Sie findet einfach nicht statt.

Siebzehn Studentinnen haben diese lange Ausbildungszeit durchgehalten. Mit großer Begeisterung für Eurythmie und Anthroposophie haben sie die oft schwierigen familiären, finanziellen und organisatorischen Probleme durch starken Willenseinsatz und Ausdauer gelöst. Was das konkret bedeutet können wir uns im Westen gar nicht mehr so richtig vorstellen.

Das Umfeld der Ausbildung:

Die Zusammenarbeit mit der Nürnberger Eurythmieschule hat in folgender Weise stattgefunden:

Antje Heinrich und ich reisten ganz regelmäßig in die tschechische Republik. Jedes Jahr kam eine größere Gruppe der tschechischen Studentinnen nach Nürnberg und konnten da an verschiedenen Epochen teilnehmen. Plastizieren mit Roland Schmid (Stuttgart), Malen, englische Eurythmie und Farben mit Annemarie Bäschlin (Erlenbach, Schweiz), Sprachgestaltung mit Rüdiger Fischer-Dorp (Köngen).

Einen Höhepunkt erreichten die Besuche in Nürnberg im letzten Jahr als alle 17 Studentinnen zu einer deutsch-tschechischen Gemeinschaftsaufführung, „Eurythmie baut Brücken“, zu uns kamen. Gemeinsam mit der Eurythmie-Bühne Nürnberg haben wir eine sehr gut besuchte Aufführung gestaltet. Diese wurde gesponsert von dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

Weitere Epochen waren das bewegungsdynamische Zeichnen mit Margret Voegele aus Loheland, Sprachgestaltungsepoche mit Nora Vockerodt und Kulturepochen mit Alois Winter, Berlin.

Herr Tomas Bonek und Herr Tomas Adamec gaben sehr eindrucksvolle Einführungen in die Anthroposophie.

Glücklicherweise konnten unsere Studentinnen auch an den Stunden von Annemarie Ehrlich und Dorothea Mier, die jährlich nach Prag kamen, teilnehmen.

Eine ganz besondere Freude machte uns das Ehepaar Solstad mit seinem Besuch im November 2013. Margrethe Solstad unterrichtete Toneurythmie und führte uns fantastisch in die Gestaltung des Stabreimes ein, Trond Solstad ergötzte uns durch norwegische Sprachgestaltung. Es war eine herrliche Bereicherung.

Im letzten Sommer wurden die Abschlussreferate gehalten Ein mannigfaltiger Gang durch die verschiedensten Themen der Eurythmie.

Nun bereiten wir die Abschlussaufführungen vor. Wir haben in der Soloarbeit viele eigene und auch sog. Standardformen von Rudolf Steiner in Laut- und Toneurythmie erarbeitet. Die Gruppenstücke stammen aus dem tschechischen und deutschen Kulturkreis. Der Arbeitstitel lautet: „Das Leben der Seele im Jahreslauf“.

Danksagung:

Der Kurs hätte nicht durchgeführt werden können, wenn nicht alle, aber auch wirklich alle Beteiligten einen hohen Einsatz an Kraft, Begeisterung und Durchhaltevermögen geleistet hätten. Für die finanzielle Unterstützung danken wir ganz herzlich dem „Verein zur Förderung anthroposophischer Art und Kunst“ (Dornach), der lona-stichting (Amsterdam), den „Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ (Berlin).

Den Kollegien der Waldorfschulen in Prag, Ostrava, Pisek und Budejovice danken wir für die stete Bereitschaft uns Räume für die Arbeit zur Verfügung zu stellen.

Hier ist ein spezieller Ort mit einem speziellen Dank hervorzuheben: Die Christengemeinschaft in Prag. Den Pfarrern und ihren Frauen Herr und Frau Peschel, Herr und Frau Horak, Herr und Frau Bonek, sowie dem guten Hausgeist Karel Dolista und allen anderen Helfern in der Gemeinde rufen wir einen warm empfundenen Dank zu. Durch Jahre haben sie uns geholfen durch die Möglichkeit in der Kapelle zu üben und Trimesterabschlüsse dort durchzuführen, das ganze Haus mit übernachtenden Eurythmiestudentinnen und -lehrerinnen zu belegen und in ungewohnte Situationen zu bringen. Immer wieder haben sie das „Eurythmiechaos“ meist klaglos ertragen. Ein so gepflegtes Übambiente war für unsere sensible Kunst von unschätzbarem Wert. Wer es nicht erlebt hat, kann nicht ermessen, was es bedeutet in einem Raum eurythmisch zu arbeiten, in dem praktisch täglich die Menschenweihehandlung zelebriert wird.

Wenn man bedenkt, dass nicht nur die direkten Teilnehmer und Lehrer hier mitgewirkt haben, sondern der ganze Riesenumkreis, der hinter jedem Einzelnen steht, so kommt eine stattliche Anzahl an guten menschlichen Geistern heraus, denen allen wir danken.

Aber ohne den Segen aus der geistigen Welt wäre gar nichts zustande gekommen und so wollen wir mit Christian Morgenstern sagen „… in Dank verschlingt sich alles Sein.“

Angelika Storch, Nürnberg Fotos: zVg

Aufführungen: Wir laden Alle ganz herzlich zu unseren Aufführungen ein: So 10. Mai 2015 um 16:00Uhr, Rudolf Steiner-Haus, Nürnberg Fr 22. Mai, Pisek 1So 24. Mai, Budweiss 1 Di 26. Mai, Ostrava Mi 27. Mai, Zlin 1Fr 29. Mai, Prag Wir freuen uns über zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland! Mehr über die Aufführungen erfahren Sie bei: hana.giteva@post.cz
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